Lerngang zum Imker
Seit nun mehreren Wochen behandelt die GST3 im Unterricht das Thema Bienen. Passend dazu konnten wir am Vormittag des 18.06.2026 einen Ausflug zum Lehrbienenstand des Imkervereins Haslach nach Fischerbach unternehmen.
Der Vereinsvorstand des Bezirksimkervereins Hermann Matt nahm sich gemeinsam mit dem engagierten Rentner Josef Schwendemann den ganzen Vormittag für uns Zeit um für uns einen ihrer Bienenstöcke/ -kästen zu öffnen und uns die Bienen zu zeigen. Die Bienen wurden vorher mit etwas Rauch beruhigt und wir SchülerInnen erhielten zu unserem Schutz einen Imkerhut mit Schleier. Das sah lustig aus.
Wir konnten die unterschiedlichen einzelnen Bienenwaben ansehen – konnten die Bienen beim Honig futtern, die frisch eingesetzten und noch leeren Waben, die Waben, die ca. 12 Stunden alt waren und schon fleißig bearbeitet wurden, die verschlossenen, aber auch die Wabenzellen mit Bienen-Eiern und sogar die Bienenkönigin sehen. Josef hat diese vorsichtig herausgeholt und in eine Markiervorrichtung gepackt, damit wir sie dann mit einem weißen Punkt versehen besser wieder im Stock sehen konnten.
Wer sich traute durfte eine männliche Biene auf die Hand nehmen. Die Drohnen (die männlichen Honigbienen) besitzen keinen Stachelapparat und können daher nicht stechen. Und wer richtig mutig war, durfte auch eine Wabe hochheben um zu spüren wie schwer eine volle im Gegensatz zu einer recht leeren Wabe ist. Stefan und Sebastian versuchten auch mal mit Herrn Matt ein Kastenteil des Bienenstocks anzuheben. Ganz schön schwer!
Keines der Kinder wurde von den Bienen gestochen. Die Bienen sind grundsätzlich friedliche Tiere. Sie stechen nicht grundlos, sondern ausschließlich zur Verteidigung, wenn sie sich oder ihren Bau bedroht fühlen. Da ein Stich für die Honigbiene tödlich endet (sie verliert ihren Stachel und lebenswichtige Organe), ist ihr Stechinstinkt von Natur aus sehr gering. Doch wir konnten bei den beiden Männern sehen, wie es dann doch auch mal passieren kann, wenn sie sich bedroht fühlen, weil man sie greifen will. Bei der Gelegenheit konnten wir auch gleich lernen, wie man einen Stachel entfernt. Nach einem Bienenstich bleibt der Stachel mitsamt Giftblase in der Haut stecken und pumpt kontinuierlich Gift ab. Er sollte immer sofort, aber niemals durch Drücken, sondern immer durch Abschaben (z.B. mit dem Fingernagel) entfernt werden.
Danach durften wir schauen, welche Waben gut gefüllt mit Honig waren. Zwei davon nahmen wir mit ins Vereinshäuschen. Dort zeigte uns Herr Matt wie die Wachskappe mit der die Bienen den Honig in den einzelnen Zellen verdeckeln, mit Hilfe einer Entdeckelungsgabel „abgeschabt“ wird. Die abgezogenen Wachskappen mit Spuren von Honig durften wir dann als „Imker-Kaugummis“ probieren. Mmmmhm, lecker!
Danach kamen die Waben dann in eine Honigschleuder. Durch sie gewinnen die Imker den Honig aus den Waben ohne die Wabenstruktur zu zerstören. Erst wird alles in die eine Richtung, dann wieder in die andere Richtung geschleudert – erst langsam, dann etwas schneller – fast so wie in einer Waschmaschine, nur eben bei maximal 50 Umdrehungen statt 1200 wie bei der Wäsche 😉
Nachdem er dann durch zwei Siebe gelaufen ist konnten wir ihn pur und mit Butterbrot probieren. Richtig lecker! Dabei kam nun auch Stefan auf den Honiggeschmack. So motiviert wollten er und Sebastian sich auch gleich zeigen lassen wie man sich professionell mit einem Honiglöffel das Honigbrot selbst zubereitet.
Zum Schluss füllte Herr Matt jedem von uns noch ein kleines Gläschen Honig für zuhause ab. Vielen Dank! Das war ein sehr aufschlussreicher und schöner Lernausflug.
